Geschichten aus Mittelerde

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Wärme und Licht

von Monique

Kapitel #1

Wo sind sie hin die dunklen Jahre? Verflogen wie der Schatten, der auf meinem Herzen lag.


Der Schein einer Kerze beleuchtet die schlanke Gestalt in meinen Armen. Ihr Kopf ruht an meiner Schulter, eine Hand auf meiner Brust, direkt über meinem Herzen, ich rieche den Duft ihres Haares, der aus ihren schimmernden Goldflechten aufsteigt. Sie lächelt.


Wir beide, hervorgegangen aus Zeiten voller Kälte, Verzweiflung, Zurückhaltung und Verlust, zusammen gekommen, um miteinander, gemeinsam zu heilen und um Heilung zu bringen. Sie fließt aus unseren Herzen, ein Wunder für uns beide.


Sie macht mich den Schmerz der Gefühlskälte vergessen, die mein Vater nie hatte verbergen können. Unerwartete Wärme erfüllte mein Herz, als mein Blick zum ersten Mal auf sie fiel. Nie dachte ich zu solchem Zartgefühl fähig zu sein. Kampf, Greuel und Gemetzel hatten es scheinbar abgetötet. Doch tief im Herzen hat es überlebt und gewartet, gewartet auf sie...


*******


Zwischen Schlafen und Wachen begleitet mich ein gleichmäßiger Rhythmus. Ich bin umgeben davon; er liegt in meinen Händen, weist mir den Weg aus allen Schattenträumen der Vergangenheit und flüstert: Hierher, komm, hier findest du Licht.


Ja, ich habe mich verzweifelt danach gesehnt, aber jetzt stehe ich von dieser Helligkeit umgeben, und das ist der Ort, wo ich bin und bleibe, endlich. Hier schmilzt die eisige Kruste Tag für Tag... und was zum Vorschein kommt, ist neu und schön, und ich fürchte mich nicht davor, nicht mehr.


Das ist die Freiheit, nach der ich immer strebte und von der ich niemals geglaubt hätte, sie ausgerechnet hier zu finden... hier, wo ich meinem Schicksal mit düsterer Gewissheit entgegensah. Aber nun wandle ich hier unter einem Himmel, dessen Finsternis nicht länger das Antlitz der Sterne verbirgt, Sterne, die wie sanfte Augen auf mich herabblicken.


Eine Stimme führt mich und ich folge ihr, denn wo sie ist, will ich sein.


„Ist es schon Zeit?“ murmele ich, die Zunge noch schwer von Schlaf. Ich blinzle, blicke auf und werde mir der Umarmung bewusst, in der ich liege. Ich fühle mich von seinem wunderbaren Blick berührt, eingehüllt, beschützt, gewärmt und geliebt.


„Schlaf noch weiter, Liebstes. Das Licht ist noch fern.“


„Für mich nicht“, antworte ich und schmiege mich zufrieden in die Geborgenheit seiner Arme.



ENDE