Geschichten aus Mittelerde

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Ein hobbitmäßiges Halloween

von shirebound

Kapitel #1

"Süßes oder Saures!"

Aragorn blickte voller Freude auf den kleinen Hobbitjungen hinab, der aus der offenen Tür von Beutelsend rannte und vor seinen Füßen zum Stehen kam.

"Hui, wen haben wir denn da?", fragte Aragorn ernst, stellte seinen Rucksack ab und ging in die Hocke, um den aufgeregten Jungen zu inspizieren. Pippin trug eine weiße Kapuze, an der schwarze Schlappohren angenäht waren. Eine Tunika, die wie ein Kissenbezug aussah und auf die große schwarze Flecken gemalt worden waren, bedeckte die Schultern und den Oberkörper des Jungen. "Ein wildes Pony, das sich von der Herde getrennt hat?"

"Ich bin eine Kuh!", krakeelte Pippin vergnügt. Er drehte sich im Kreis, damit Aragorn seinen Schwanz bewundern konnte, und sprang dann in die Arme des Waldläufers. "Muuuh!"

"Meine Güte, was für eine wunderbare Kuh, in der Tat!", sagte Aragorn und stand mit dem aufgeregten Jungtier in seinen Armen auf. Er lächelte und war dankbar, dass er daran gedacht hatte, in Wasserau Süßigkeiten zu kaufen, bevor er zu Besuch kam. Von allen Völkern hatte nur das Auenlandvolk daran gedacht, den Halloweenabend - normalerweise ein feierlicher und eher melancholischer Anlass - in ein fröhliches Fest für die Kinder zu verwandeln.

"Willst du dich uns anschließen, Estel?", fragte Frodo lächelnd, als er zur Tür kam, um den Tumult zu untersuchen. Er musterte den Waldläufer von oben bis unten. "Ich bin sicher, wir können dich als etwas verkleiden ... vielleicht als einen Drachen?"

"Ein Zwerg?", fragte Pippin mit weit aufgerissenen Augen. "Die fressen Menschen!"

"Dieser nicht", versicherte Frodo dem Jungen. "Estel wäre ein guter Drache, nicht wahr?"

"Ja, das wäre ich, wenn ich mit dir gehen würde", grinste Aragorn und setzte Pippin wieder auf den Boden. "Aber ich habe vor, einen ruhigen Abend mit Bilbo zu verbringen, während ihr beide Hobbingen auf eurer Suche nach..." Er zwinkerte Frodo zu. "Ich habe ja zufällig ein paar Süßigkeiten mitgebracht. Aber ich nehme an, Kühe fressen nur Gras. Wie schade."

"Ich bin keine echte Kuh", sagte Pippin schnell und betrachtete den prall gefüllten Rucksack.

"Nun denn, vielleicht gefällt dir das, was ich mitgebracht habe, ja doch." Aragorn lachte laut auf, als Pippin seinen Rucksack augenblicklich bis zur Tür nach Beutelsend schleppte und damit in der Stube verschwand.

"Und er hat noch gar keine Süßigkeiten gegessen", seufzte Frodo. "Kannst du dir vorstellen, wie er morgen sein wird?"

"Das ist ein beunruhigender Gedanke", stimmte Aragorn zu. "Vielleicht bin ich zu einem ziemlich gefährlichen Zeitpunkt gekommen. Ich kann durchaus in ein paar Tagen zurückkommen, wenn..."

"Nein, kannst du nicht", unterbrach Frodo. "Ich brauche dich." Er ergriff Aragorns Hand und führte ihn zur Tür. "Es ist noch Zeit bis zum Abendessen, und wir haben noch nicht herausgefunden, wie wir Strolchi den Zauberhut auf den Kopf setzen können. Und dann ist da noch der Bart, den sie immer wieder zu fressen versucht, und..."

"Und du?", fragte Aragorn. "Wer wird diesen mächtigen Zauberer und diese unbezähmbare Kuh durch die Wildnis Hobbingens begleiten?"

"Ich verkleide mich natürlich als Waldläufer!", lachte Frodo. "Einer dieser schmuddeligen, skurrilen, geheimnisvollen Männer, die sich im Schatten herumtreiben und immer etwas Böses im Schilde führen."

"Ah ja", grinste Aragorn. "Einer von denen."

"Hast du wirklich Süßigkeiten mitgebracht?", fragte Frodo hoffnungsvoll. "Vielleicht sind die Waldläufer doch nicht ganz so schlimm, wie ich dachte."

"Das habe ich", versicherte Aragorn ihm und beugte sich hinunter, um seinen jungen Freund zu umarmen. "Lass uns nachsehen, ob noch welche da sind, jetzt, wo eine gewisse Kuh in der Nähe gegrast hat."

"Muuhu!", ertönte eine Stimme und ein Kichern von irgendwo in Beutelsend.

Es sollte ein ganz wunderbarer Abend werden.