Geschichten aus Mittelerde

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Verbrennen

von Alistanniel

Verbrennen

Die Sterne beleuchten meinen Weg. Doch wohin wird er mich führen? Ich weiß es nicht. Das Schwert in meiner Hand weist mir eine andere Richtung als die Stimme in meinem Herzen.
Viele Kämpfe habe ich schon gefochten, viele Leben wurden durch meine Hand ausgelöscht.
Ich möchte, dass es aufhört, doch der Schlachtruf bringt mein Blut zum Kochen. Das Feuer einer unbändigen Wut lähmt meinen Verstand. Meine Hand ergreift das Schwert ein weiteres Mal und ich werde erneut zur Sklavin meines Hasses.
Zu viel Blut wurde schon durch meine Hände vergossen. Nie wieder werde ich sie rein waschen können. In meinen Träumen kommen die Seelen derer, die durch mich den Tod fanden, über mich. Ich spüre ihre Wut. Zurecht.
Es ist dunkel um mich herum. Alles ist still und friedlich. Bis zur nächsten Schlacht. Doch diese wird die letzte sein. Ein einziges Mal werde ich noch in den Kampf ziehen. Der schwerste, den ich je focht, steht mir bevor. Denn der Gegner bin ich selbst.
Vor mir zwischen den Bäumen erkenne ich eine Gestalt. Ich nähere mich vorsichtig und sie wendet sich zu mir um. Es ist er, Celeborn.
Sein Blick fängt den meinen ein. Ich möchte mich in seinen Augen verlieren.
Bis heute glaubte ich nicht, dass ich etwas anderes zu fühlen vermag als Wut. Und wenn sie verlischt Eiseskälte. Gleichgültigkeit.
Doch jetzt, wo Celeborn vor mir steht, meine Hand in seiner liegt, erkenne ich, dass es da noch mehr gibt. Tief in meinem Herzen. Verborgen unter dem Hass.
In seiner Nähe fühle ich Ruhe. Ja, ich bin ruhig. Das Feuer brennt nicht, solange er bei mir ist.
Er und ich. Wir vertrauen uns, wir verstehen uns. Gerne würde ich ihm sagen können was mich bewegt.
Doch das Verständnis hat Grenzen. An meinem Schwert klebt das Blut seines Volkes. Er weiß es nicht.
Und soll es auch nie erfahren.
Er würde mich hassen. Ja hassen, dafür was ich tat. Ich hasse mich selbst dafür.
Mein Blut würde erneut von Kampfeszorn erhitzt werden. Das Morden würde weiter gehen. Für immer. Bis all meine Lebensenergie aufgebraucht ist. Bis meine Wut mich irgendwann verschlingt und verbrennt.
Nein, es muss ein Ende finden.
Hier und jetzt.
Er darf es nicht erfahren.
Nie.