Geschichten aus Mittelerde

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Iselda bei den Orks
by Anarya

Warum man in den Nebelbergen nicht in Höhlen rasten soll

Warum man in den Nebelbergen nicht in Höhlen rasten soll


In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts des dritten Zeitalters der Sonne war eine Frau unterwegs von Esgaroth, der Seestadt, in Richtung Westen. Sie war allein, ritt auf einem braunen Pony und führte ein zweites am Zügel, das mit großen Bündeln und diversen Körben beladen war.


Wohin sie ihr Weg führen sollte und warum sie allein ohne Geleitschutz die Wanderung unternahm, hat sich uns nicht genau überliefert. Bestimmte Umstände deuten darauf hin, dass sie eine fahrende Händlerin war, die ihre Waren den Menschen anbieten wollte, die westlich der Nebelberge lebten.


Wir wissen jedoch aus den Geschichten Mittelerdes, dass es gefährlich war, in jenen Zeiten für sich zu reisen, und dass man besser daran tat, entweder zu Hause zu bleiben oder im Schutz einer Gemeinschaft unterwegs zu sein.


Die Frau war noch jung, etwa Anfang zwanzig, und sie nannte sich Iselda. Groß und schlank, mit dunklen Haaren und wachen grauen Augen, die von einem regen Verstand zeugten, war sie recht hübsch anzusehen. Der energische Zug um ihre vollen Lippen ließ vermuten, dass sie sich zu wehren wusste, wenn es nötig war. Beim Gehen zog sie das rechte Bein nach, eine Behinderung, die ihr mitunter schwer zu schaffen machte und die die Folge eines Reitunfalls in Kindertagen war. Oft genug verfluchte sie diesen Makel, als sie noch nicht wusste, dass er ihr einmal zum Vorteil gereichen würde, denn er rettete ihr das Leben.


An ihrem Gürtel hatte sie in einer ledernen Scheide ein kurzes Messer, doch das schien auch ihre einzige Waffe zu sein.


Als Reisekleidung trug sie ein knöchellanges braunes Kleid aus grobem Stoff und einen dunkelgrünen Umhang mit Kapuze, der sie vor den Unbilden des herbstlichen Wetters schützen sollte.


Iselda hatte den Düsterwald bereits auf der Alten Waldstraße ohne Zwischenfälle durchquert, und nachdem sie den Anduin auf der Alten Furt überschritten hatte, schickte sie sich an, die Nebelberge über den Hohen Pass zu überwinden. Sie hatte zunächst etwas Mühe, in dem Gewirr von Felsen, Schluchten und Bergpfaden den richtigen Weg zu finden, doch sie ließ sich von ihrem Gefühl leiten und fand schließlich den Abzweig zum Pass.


Die Frau wusste, dass sich nördlich vom Pass, nicht weit von der Straße entfernt, mehrere Orkfestungen befanden. Doch sie ängstigte sich nicht. Sie würde vorsichtig sein. Außerdem hatte sie gehört, dass Orks das Tageslicht fürchten.


Wie war sie doch ahnungslos! Hätte sie jemals in ihrem Leben mit den schwarzen Kreaturen zu tun gehabt, dann hätte sie sich geängstigt!!


Nach zwei Tagesritten stand Iselda auf einem Plateau und konnte nach Westen sehen. Noch schien die Sonne, doch über dem Land westlich des Nebelgebirges braute sich eine bedrohliche, dunkle Wolkenwand zusammen. Vereinzelt sah sie entfernte Blitze zucken.


‚Verflixt, es gibt schlechtes Wetter,’ dachte sie. ‚Ich muss mich nach einem Unterschlupf umsehen.’


Nun hatte sie leider, bevor sie aufbrach, niemand gewarnt: In diesen Gegenden darf man auf keinen Fall in Höhlen rasten!


Wir wissen warum, denn die Geschichte eines gewissen Hobbits Bilbo Beutlin, der vor einigen Jahren mit einem Trupp Zwergen in der Gegenrichtung unterwegs war, ist uns noch in guter Erinnerung. Er suchte in einer Höhle vor einem Gewitter Schutz und wurde samt Zwergen und Ponys von Orks verschleppt.


Iselda kannte diese Begebenheit nicht, obwohl sie in ihrer Heimatstadt Esgaroth lange für Gesprächsstoff sorgte.


Sie fand nach einigem Suchen einen geeigneten Unterschlupf, der groß genug war, auch die Ponys und ihre mitgeführten Waren vor Regen und Sturm zu schützen, und schaffte es gerade noch, die Tiere in die Höhle zu führen, dann gab es einen gewaltigen Donnerschlag, und Blitz auf Blitz in rascher Folge zuckte aus den schwarzen Wolken, und der Donner brach sich zehnfach an den Felsen, in den Schluchten und Tälern, so dass es den Anschein hatte, als wüteten drei Unwetter zugleich.


Iselda war eine couragierte Person, und sie fürchtete sich nicht. In der Mitte der Höhle entfachte sie ein kleines Feuer aus dem Reisig, das sie als Vorrat stets mit sich nahm, wenn sie auf Reisen ging. Behaglich am Feuer sitzend, beobachtete sie durch den Eingang der Höhle das Toben des Gewittersturmes und freute sich, dass sie ein so vollkommenes Obdach entdeckt hatte.


Arme, nichtsahnende Iselda!


Da saß sie nun und starrte in den herabströmenden Regen, der wie ein schimmernder


Vorhang den Eingang zur Höhle verschloss. Sie richtete sich darauf ein, auch die Nacht hier zu verbringen, denn über das Nebelgebirge senkten sich nach und nach langsam die Schatten der Dämmerung.


Doch was war das...? Während sie noch nachsann und in die Dunkelheit starrte, hörte sie in ihrem Rücken ein schabendes Geräusch, wie wenn sich Stein auf sandigem Untergrund bewegt. War es eines der Ponys, das mit den Hufen scharrte? Noch bevor Iselda dem Ursprung des Lautes auf den Grund gehen konnte, fühlte sie von hinten den harten Griff zweier starker Arme, der ihr die Luft nahm. Panik beherrschte sie und zum erstenmal auf ihrer Reise auch Furcht, die daher rührte, dass sie ihrem Angreifer noch nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüberstand. Sie hätte sich noch mehr gefürchtet, wenn sie diesem Augenblick in dieses Gesicht hätte blicken können, denn es gehörte einem Ork, einer der gefühllosesten, hässlichsten Kreaturen Mittelerdes.


Aus den Augenwinkeln sah Iselda, dass sie es nicht nur mit einem Gegner zu tun hatte, sondern dass sich noch weitere Wesen in der Höhle bewegten. Eines kam in ihr Blickfeld, und nun erkannte sie, mit wem sie es aufnehmen musste: Orks!


Sie war diesen entsetzlichen Ausgeburten zwar noch niemals begegnet, doch waren sie ihr zur Genüge beschrieben worden.


Die Orks hatten sie inzwischen eingekreist, und der Angreifer löste seinen harten Griff, so dass sie sich umwenden konnte. Sie blickte in das hässlichste Gesicht, das sie jemals gesehen hatte: Schwarz, mit platter Nase, die riesige Löcher „zierte“, mit tiefliegenden dunklen, boshaften Augen undefinierbarer Farbe, mit einem ekelerregenden Rachen voller fauler Zähne, aus dem es stank wie aus einer Abortgrube. Die einzigen heilen Zähne schienen die Reißzähne zu sein, die rechts und links die schwarzen Lippen überragten.


„Uh!“ entfuhr es Iselda und sie fächelte sich mit einer Hand Luft zu, um den Gestank zu vertreiben.


Diese respektlose Geste brachte die Orks in Wut. Sie stießen sie vorwärts in einen dunklen Gang, der sich an der hinteren Wand der Höhle geöffnet hatte. (So war das das Geräusch, das Iselda gehört hatte!) Zwei von ihnen hatten die Pferde, die vor Angst und Entsetzen die Köpfe zurückwarfen und die Augen verdrehten, am Zügel ergriffen, und dann liefen sie los, in ihrer Mitte die Frau, die nun nur noch mitlaufen konnte, denn immer wieder wurde sie vorwärtsgestoßen, so dass ihr keine andere Wahl blieb. Hinter ihnen schloss sich der Durchlass im Felsengestein wieder mit demselben schabenden Geräusch und der Weg nach draußen war versperrt.


Iselda versuchte, sich den Verlauf des Weges zu merken, doch war das in diesem Gewirr der Gänge unmöglich. Sie bewegten sich in einem Hauptgang, der sich ständig verzweigte und leicht abschüssig in die Tiefe führte. Eine feuchte Kälte herrschte hier, und Iselda hörte, wie Wasser an den Felswänden herabrann.


Die einzigen Geräusche, die vom Felsen widerhallten, waren das Trappeln der Pferdehufe, die schweren Tritte der Orks und ihr eigener keuchender Atem.


Wir wissen, dass Iselda nicht so leicht zu erschrecken war, doch nun begann sie doch, sich über ihre Zukunft Gedanken zu machen: Was geschah mit ihr? Würden die Orks sie töten? Wie kam sie heraus aus dieser Bedrängnis? Den Gedanken an eine überraschende Flucht hatte sie schon aufgegeben. Hier fand sie niemals hinaus. In Esgaroth würde sie auch niemand vermissen und sich auf die Suche nach ihr machen, denn man war daran gewöhnt, dass sie mehrmals im Jahr für einige Wochen verschwand, um ihren Geschäften nachzugehen.


Die Lage war also ziemlich ausweglos, und sie beschloss abzuwarten. Eine andere Möglichkeit sah sie im Augenblick nicht, doch für sie stand eines fest: So einfach würde sie sich nicht abschlachten lassen! Da würden auch einige dieser abscheulichen Missgeburten dran glauben müssen! Im Laufen tastete Iselda nach dem Heft ihres Messers am Gürtel. Eigenartigerweise hatten die Orks es ihr nicht abgenommen.


‚Törichte Einfaltspinsel,’ dachte sie.


In diesem Augenblick keimte eine Hoffnung auf in ihr: Wenn sie nicht durch einen Zufall oder mit Gewalt oder Hilfe von außen entkommen konnte, dann vielleicht, wenn sie listig und gewitzt war. Doch bevor sie Entscheidungen treffen konnte, musste sie warten, wie die Dinge sich entwickelten.


Die Anstrengung des Laufes ließ die Furcht vor den kommenden Geschehnissen etwas in den Hintergrund treten. Ihr krankes Bein schmerzte, und im Augenblick wünschte sie sich nur, dass diese Hatz ein Ende nahm und die Orks endlich dort ankämen, wo sie hinwollten.


Diese Dunkelheit erdrückte sie, und sie hatte keine Ahnung, wohin sie die Füße setzte. Der Boden war uneben, so dass Iselda häufig strauchelte, doch immer wieder wurde sie von harter Hand gepackt und vorwärts gestoßen. Längst hatte sie jedes Gefühl dafür verloren, wie lange sie schon rannten.


Ein schwacher, flackernder Lichtschein zeigte sich in einiger Entfernung, und Iselda hoffte inständig, dass sie nun endlich am Ziel waren. Ganz gleich, was sie hier erwartete, sie war froh, dass die Rennerei offensichtlich dort ihr Ende fand. Arme, einfältige Iselda! Sie ahnte scheinbar nicht, dass sie vom Regen in die Traufe kommen würde, sobald sie den Fuß in eine Ork-Höhle setzte!


Der Gang endete plötzlich, und sie standen in einer weiträumigen Halle, die schwach von einem Feuer in der Mitte erhellt wurde. Doch das erste, was Iselda wahrnahm, war ein geradezu infernalischer Gestank. Sie hätte nicht beschreiben können, wonach es so stank. Es war eine Mischung von Ausdünstungen: Altes, verdorbenes Fleisch, Exkremente, ungewaschene Körper und ein undefinierbarer, übler Mief von allem Möglichen, der ihr Brechreiz verursachte.


‚Du liebe Güte, was für ein Schweinestall!’ dachte sie.


Nachdem sich ihre Augen an das herrschende Halbdunkel gewöhnt hatten, erkannte sie, dass außerhalb des Lichtkreises, den das Feuer beleuchtete, ein einzelner Ork auf einem grob zusammengezimmerten Holzsessel saß. Offensichtlich war das ein Ehrenplatz, denn andere Sitzgelegenheiten gab es nicht.


Es war Nazdak, der Hauptmann der Meute. Er wartete schon ziemlich lange auf seine Horde und war entsprechend ungehalten.


„Seid ihr endlich da, ihr Tölpel!“ knurrte er.


Er erblickte Iselda, erhob sich und umkreiste sie.


„Was für’n Vögelchen ist uns denn da ins Nest geflogen?“ krächzte er.


„Frischfleisch von der besten Sorte!“ knurrte einer der Orks.


Iselda erstarrte. Sollte das ihr Schicksal sein? Wollten die Orks sie fressen? Fieberhaft arbeiteten ihre Gedanken. Die Furcht schien einen Ring aus Eisen um ihre Brust zu legen, so dass das Atmen schwer fiel.


Nazdak trat dicht an Iselda heran, und wieder spürte sie den entsetzlichen Gestank, der auch von ihm ausging, und Ekel und Entsetzen krochen hoch in ihr.


Der Ork streckte die Hand nach ihr aus: „Lass sehen, wie du dich anfühlst und ob du nicht zu mager bist!“


Iselda wich zurück, bis sie in ihrem Rücken das Felsengestein spürte, doch Nazdak rückte weiter vor, und auch die anderen Orks näherten sich und bildeten einen Halbkreis, aus dem ein Entkommen unmöglich war.


‚Das Messer!’ dachte Iselda, und schon hielt sie den Griff in ihrer rechten Hand. Sie zog den Dolch aus der Scheide, hielt ihn mit ausgestrecktem Arm und drehte sich nach rechts und links, wobei sie zitternd und mit erhobener Stimme schrie: „Zurück, ihr Aasgeier! So leicht bekommt ihr mich nicht! Bevor ich sterbe, werden auch ein paar von euch nicht wieder aufstehen!“


Die Orkmeute wich einige Schritte zurück, doch Nazdak ließ sich davon wenig beeindrucken: „Oh, die erbärmliche Mücke will uns mit ihrem kleinen Stachel stechen! Ich fürchte mich so! Steck dein Messerchen weg, es wird dir nichts nützen!“ Von seinen schwarzen Lippen troff Geifer in schleimigen Fäden auf seine ohnehin schon schmierige Rüstung, und seine dunklen Augen flackerten begehrlich. Er würde sie nicht entwischen lassen! Da mochte sie mit ihrem Messerchen fuchteln, solange sie wollte. Er war nicht so ein Schwachkopf wie sein Vorgänger, der sich vor einigen Jahren erschlagen ließ von einer Horde Zwerge und einem halblangen kleinen Wicht. Nun, ihm war das damals ganz recht, denn so konnte er nachrücken und als Hauptmann die überlebenden Orks anführen.


Das Messer noch immer in ihrer vorgestreckten Hand, lief Iselda angsterfüllt in dem engen Kreis hin und her, und wie so oft versagte ihr lahmes Bein auch in dieser Situation seinen Dienst, und sie strauchelte mehrmals. Es schmerzte, wenn sie fehltrat, und jedes Mal entrang sich ihrer Brust ein schmerzvolles Stöhnen, das auch den Orks nicht entging.


„Oh, du armes Ding, hast du dich verletzt? Hab keine Sorge, bald wirst du keine Schmerzen mehr haben!“ sagte Nazdak hämisch und hinterhältig grinsend.


„Mit dem Bein hat sie uns schon auf dem Weg hierher aufgehalten,“ knurrte einer aus dem Hintergrund.


„Mein Bein... Es ist ein.. ein... ein... Fluch,“ stammelte Iselda.


Endlich war sie da, die Idee, wie sie sich wenigstens vor dem Gefressenwerden retten konnte, und ihr hinkendes Bein, das sie sonst gewöhnlich verwünschte, war nun doch zu etwas nütze.


„Ich bin verflucht und... und... behext,“ fuhr sie angstvoll fort. „Und wer mein Blut berührt, den wird... dieser Fluch ebenso ereilen.“


Langsam kam sie in Fahrt, denn sie bemerkte, wie die Orks von Verwirrung und Bedenken heimgesucht wurden. Sie waren etliche Schritte zurückgewichen, und auch ihr Anführer schien zumindest nachdenklich.


„Zuerst beginnt es bei einem Bein. Es zerfrisst die Knochen, bis man glaubt, man hätte nur noch Brei unter der Haut. Dann beginnt es bei dem anderen Bein, bis man auch das nicht mehr benutzen kann. Und dann ist bald der ganze Körper eine schwächliche Masse ohne Gebein und ohne Kraft.“


Schlaue, listige Iselda! Sie war in ihrem ganzen Leben noch niemals Orks begegnet, kannte sie nur aus Erzählungen und hatte doch genau das Richtige getan. Diese Orks waren auf ihre Beine angewiesen, denn sie besaßen keine Pferde, die sie von A nach B trugen, und sie waren auch keine Warg-Reiter. Sie würden sich nun hoffentlich hüten, Hand an sie zu legen, wenn ihnen nicht noch eine Teufelei einfiele, wie sie sich ihrer entledigen könnten, ohne dass Blut floss.


Nazdak schien noch nicht restlos überzeugt. Er äugte misstrauisch in ihre Richtung, schien zu überlegen, hatte jedoch einige Schrittlängen Abstand zwischen sich und die Frau gebracht.


Aus der Horde der zurückgewichenen Orks löste sich ein einzelner und trat vor seinen Hauptmann. Er war nicht ganz so hässlich wie seine Kumpane, nicht ganz so schwarz. Seinen Gesichtszügen haftete etwas Menschliches an. Er war größer als alle anderen, schlanker und nicht so massig. Selbst seine Reißzähne schienen Iselda nicht ganz so groß und bedrohlich.


Seine Worte hatten Gewicht in der Meute, so schien es, denn das heisere Krächzen und Knurren der anderen verstummte, als er zu sprechen begann: „Es ist nicht nötig, sie zu fressen. Wir haben doch ihre Pferde. Sie kann uns zu Diensten sein.“


Er blickte in Iseldas Richtung, doch sie konnte in seinem Gesicht nicht lesen. Seine Worte jedoch und der Klang seiner Stimme beruhigten sie auf sonderbare Weise. Sie verstand es nicht: Er war doch ein Ork!


Die armen Ponys! Sie hatte sie total vergessen! Was geschah jetzt mit ihnen? Die Antwort erhielt Iselda sehr schnell: Sie hörte in der Ferne ihr schrilles, verängstigtes Wiehern, dann herrschte von einer Sekunde zur anderen Stille.


Einige Zeit später kehrten einige der Kreaturen zurück in die Höhle, beladen mit großen Stücken Fleisch, und Iselda wusste, was sie trugen. Sie warfen die blutigen Brocken auf den Boden, und sogleich stürzten sich die Orks auf das noch dampfende Fleisch, zerrissen es und schlangen es roh hinunter. Die Anwesenheit der Frau hatten sie für den Moment vergessen.


Sie wandte sich angewidert ab. Zu dem üblichen Gestank in der Höhle gesellte sich nun noch der Geruch warmen Blutes. Ihr war übel, und am liebsten hätte sie sich übergeben.


Sie hockte sich in einem Winkel nieder, schlang die Arme um die Beine und legte den


Kopf auf die Knie.


Was sollte nun werden? Tränen der Mutlosigkeit, die sie so lange zurückgehalten hatte, bahnten sich ihren Weg durch die geschlossenen Lider und rannen die Wangen herab. Iselda dachte an Melron, den Mann, den sie liebte und dessen Frau sie werden wollte und mit dem sie Kinder haben wollte. Dies sollte ihre letzte Reise sein. Wie es aussah, war es in der Tat ihre letzte Reise.

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